Posts mit #stricktechniken tag

Veröffentlicht auf 1. September 2017

Was hat das miteinander zu tun?

Nun, ich stricke Socken mit dem Motiv der Domspitzen - und dafür muss ich beidhändiges Stricken mit Einweben der Fäden lernen. 

Gestern habe ich hier den Chart für das Motiv der "Kölner Domspitzen" entdeckt. Dazu gehört für mich selbstverständlich Wolle in den Kölner Farben, also rot und weiß, welche ich noch vorrätig hatte. Also habe ich gleich mal Socken angeschlagen.

Ich habe zwar schon zweifarbige Jacquard-Muster mit Spannfaden gestrickt, aber dafür waren hier die einzelnen Farbabschnitte zu groß. Also musste ich das Einweben der Fäden lernen. Zum Glück findet man ja dazu genügend Videos auf Youtube. Eigentlich stricke ich ja mit dem Faden (bzw. beim zweifarbigen mit beiden Fäden) auf der rechten Hand. Auch dazu gab es Videos aus dem englischsprachigen Raum, wo man ja in dieser Technik strickt. Das habe ich versucht, fand es aber sehr kompliziert. 

Also habe ich zunächst mal probiert, das beidhändige Stricken zu lernen. Dank dem unten verlinkten Video habe ich es dann mitsamt dem Fäden einweben erlernt. Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und so ging es nur langsam voran. Immer wieder verlor ich die Spannung auf dem li. Faden und bei dem Stricken mit der li. Hand musste ich manchmal noch mit dem re. Zeigefinger nachschieben, aber schließlich habe ich es hinbekommen. Das stricken des Fadens auf der rechten Hand und gleichzeitige Verweben des Fadens auf der linken Hand war der leichteste Teil.

Zwar scheinen die schwarzen Fäden noch leicht durch, aber das liegt sicherlich auch an dem großen Kontrast zwischen schwarz und weiß. 

Auf jeden Fall sieht die Rückseite - also die linke Seite - mit den eingewebten Fäden gut aus und ich werde weiter üben, denn ein Paar Socken besteht ja schließlich aus 2 Teilen. 

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Stricktechniken, #Socken

Veröffentlicht auf 19. Juni 2017

Inspiriert durch den Pullover Besjes (so ein Sweatshirt in der Art besitze ich übrigens) möchte ich mir ein ärmelloses quer gestricktes Shirt mit betonter Naht vorne in der Mitte arbeiten. 

konstruktion quer gestricktes Shirt

Um mit möglichst wenig Nähten hinzukommen werde ich hinten in der Mitte mit einem provisorischen Anschlag beginnen und zum Schluss die Vordernaht durch ein 3-needle-bind-off fertigen.

Doch wie sieht überhaupt so eine Konstruktion aus? Dazu habe ich mir ein Blatt Papier zur Mitte gefaltet und den Grundschnitt eines Shirts aufgemalt. Das Ganze habe ich ausgeschnitten, so kann ich mir jetzt vorstellen, wie ich zu stricken habe. 

Schnittzeichnung quer gestricktes Shirt mit Vordernaht

Jetzt habe ich eine Maschenprobe gestrickt und gewaschen. Nach dem Trocknen werde ich diese auszählen und mir dann die genauen Maße des Shirtes festlegen - dann folgt ein klein wenig Rechenarbeit und schon kann es losgehen.

Als Wolle verwende ich die Cotton-Viscose von Drops, die ich mir noch schnell mitbestellt habe, als ich für meine Mutter bei Lanade die Drops Alpaka bestellen musste. Die Farbe ist jeansblau, ich befinde mich also derzeit irgendwie in einer blauen Phase. 

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Strickanleitung, #Pullover, #Stricktechniken

Veröffentlicht auf 9. Juni 2017

Quadrat von innen stricken

Ich will aus einigen Wollresten, die farblich ins Wohnzimmer passen, eine Kissenhülle stricken. Dabei hatte ich die Idee, wenn ich ein Quadrat von innen heraus stricke, spare ich mir die Maschenprobe. Ich stricke einfach so lange, bis die Größe zur Kissenfüllung passt.  Und am Schluss kann ich mir das zusammennähen sparen, wenn ich die Maschen auf der Nadel lasse und mit der Rückseite im 3-Needle-bind-off verbinde.

So weit  - so gut!  Jedoch gestaltete sich der Anfang des Quadrates schwieriger als gedacht. Man schlägt 8 Maschen an und verteilt sie auf 4 Sockennadeln (mit denen ich sowieso auf Kriegsfuß stehe). Mit den 4 Nadeln den Kreis zu schließen war gar nicht so einfach. Irgendwie habe ich trotz mehrerer Versuche noch Maschen verdreht. 

Danach geht es aber ganz einfach weiter. Man verdoppelt in jeder 2. Reihe die erste und die letzte Masche jeder Nadel. Problem dabei waren nur die Farbwechsel, wo sich Löcher bildeten. Jetzt werde ich also die Fäden jeweils abschneiden und vernähen. Außerdem kann ich jetzt auf die Rundnadel wechseln, dann geht das Stricken sicherlich besser. 

Somit war meine Idee des einfachen Kissenbezuges vielleicht doch gar nicht so einfach.

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Stricktechniken, #Kleinteile, #Kissenbezug

Veröffentlicht auf 3. Juni 2017

Ich habe festgestellt, dass ich weder ein Prozess- noch ein Projektstricker bin. Mir macht der kreative Teil am meisten Spaß, ich verwirkliche gerne eigene Ideen (und davon habe ich tausende im Kopf). Sehr hilfreich ist es, wenn man dabei für die grundliegenden Dinge wie Schulter- und Armkuppenformung auf einfache Anleitungen zurückgreifen kann.

Da ich fast nur topdown stricke, habe ich mir Grundanleitungen für RVO, Contiguous-Schulter und für die überschnittene Schulter zugelegt. HIerbei verwende ich Anleitungen für fingering-Garne (Sockenwollstärke). Da ich fast nur fingering und DK stricke, komme ich hiermit gut zurecht. Wenn ich ein DK-Garn benutze, verwende ich die Anleitung in einer kleineren Größe.

RVO (Raglan von oben):

Obwohl ich diese Variante mittlerweile ganz ohne Anleitung stricke, habe ich mir vor einigen Jahren eine sehr schöne Grundanleitung zugelegt. Chanteuse von Mary Annarella ist ein schlichter figurbetonter RVO. Die Designerin gibt darin auch Tips zur Ausführung von Bustdarts (quasi Abnäher im Brustbereich) für die größeren Cup-Größen. Ich brauche sie zwar nicht, aber für viele sind sie sicherlich hilfreich. 

Zum Raglan von oben findet hier hier mehr. 

Contiguous-Schulter:

Die Contiguous Methode imitiert quasi die Armkugel in einer von oben gestrickten Art und Weise. Hierzu habe ich mir die Anleitung für den Natsu von Vera Sanon gekauft. Vera benutzt hier eine etwas abgewandelte Methode der von Susie Myers entwickelten Contiguous Methode, mit der ich sehr gut zurechtkomme. 

überschnittene Schultern:

Diese Methode wird häufig bei Oversized-Modellen verwendet und ich mag sie sehr gerne. Hierzu benötigt man eine Schulterformung mit verkürzten Reihen, für die ich am liebsten auf die Anleitung Rachel von Josèe Paquin zurückgreife. Natürlich gibt es auch noch andere Varianten, diese finde ich jedoch recht einfach und komme gut damit zurecht. Bei dieser Anleitung wird die rückwärtige Schulterbreite in einem Stück angestrickt und durch wenige verkürzte Reihen in Form gebracht. Anschließend strickt man beide Vorderteile an. 

Ich nutze die Anleitungen lediglich für den Schulterbereich, sogar den Halsausschnitt forme ich dabei nach eigenen Wünschen. Ansonsten kann man Muster oder Farben nach Wunsch kombinieren, nach unten gerade, mit Taillenformung oder in A-Linie arbeiten und man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. Oftmals versuche ich auf diese Art und Weise auch Pullis oder Shirts, die ich gesehen habe und die mir gut gefielen, nachzuarbeiten. 

 

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Strickanleitung, #Stricktechniken, #Pullover

Veröffentlicht auf 20. Februar 2017

Bei meinem Comodo geht es flott voran, ich bin schon 10 cm unterhalb des Separierens der Ärmel. Doch davon gibt es demnächst Fotos.

Heute möchte ich Euch zeigen, wie ich den Anfang gestrickt habe. Diesbezüglich bin ich schon mehrmals befragt worden und ich habe auch bei Ravelry oder in einigen Blogs gelesen, dass viele von Euch den Anfang am schwierigsten fanden. 

Hierzu zeige ich Euch einige Fotos. Leider musste ich dazu das Strickzeug auf dem Tisch ablegen - denn Stricken und Fotografieren gleichzeitig beherrsche ich noch nicht.

Also zunächst schlägt man 4 Maschen an und strickt eine Reihe links und eine rechts, das ganze noch 2 mal, so dass man mit einer rechten Reihe endet.

Das ganze dreht man um 90° nach links. Dabei lege ich das Seil der Rundstricknadel zu einer Schlaufe wie beim Magic Loop. Dann nehme ich die 6 Maschen an der Seite auf. Anschließend ziehe ich die Schlaufe wieder glatt, also ich löse sie auf.

Nun drehe ich das Teil nochmals um 90° nach links, lege die Nadel wiederum zur Schlaufe und nehme die 4 Maschen aus der Anschlagreihe auf. Anschließend löse ich wiederum durch einfaches Glattziehen die Schlaufe auf und habe nun alle Maschen auf der Nadel liegen, so dass ich bei der anschließenden Rückreihe die Markierer setzen kann.

Ich hoffe, dass ich dem einen oder anderen von Euch hiermit weiterhelfen konnte.

Ich kannte diesen Anschlag als Garter Tab (also kraus rechts gestrickt) schon von einer Tuchanleitung. 

 

 

 

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Stricktechniken

Veröffentlicht auf 3. Februar 2017

fair isle stricken

Fair isle ist eine der Shetland-Inseln nordöstlich von Schottland. Ursprünglich wurden nur die dortigen traditionellen Muster als fair isle bezeichnet. Heute nutzt man diesen Begriff jedoch für alle Arten von mehrfarbigen Strickmustern. Viele kennen ja Norweger- oder Island-Pullover, jedoch findet man mehrfarbige Strickmuster auch in Südamerika und der Türkei und dem arabischen Raum. 

Schon im Teenageralter habe ich solche Muster gestrickt, die man damals allerdings noch als Jacquard bezeichnete. Früher habe ich mir immer den passenden Faden geholt und den anderen einfach hängen lassen - doch es gibt schnellere und elegantere Lösungen.

Dazu muss ich sagen, dass ich mit dem Faden auf der rechten Hand (also englisch) stricke. Ich habe es von meiner Oma so gelernt und durfte es dann sogar im Handarbeitsunterricht (ja, so etwas gab es in meiner Jugend noch) so beibehalten. Angeblich hat man früher immer so gestrickt, vielleicht gibt es aber auch regionale Unterschiede. Denn im Stricktreff in Trier strickten ganz viele so wie ich. 

Nun beherrsche ich allerdings auch rechte Maschen auf continentale Art und Weise. Also dürfte das beidhändige Stricken doch kein Problem darstellen. Von wegen, es verwirrte mich nur. Dann habe ich eine Methode gefunden, wo der eine Faden von vorne nach hinten und der 2. Faden von hinten nach vorne über den Zeigefinger geschlungen wurde. War auch nicht ideal, der Faden hat irgendwie den Finger eingeschnürt. 

So habe ich die auf den Fotos gezeigte Variante entwickelt mit einem Faden auf dem Daumen - und es funktioniert wirklich gut und total schnell. So werde ich meinen Cowl sicher bald fertiggestellt haben, und der wird schön dick und fest durch die Spannfäden - viel besser als so ganz normal aus Sockenwolle. Das Muster ist ein einfaches Karo, es wirkt vor allem durch das gemusterte Sockengarn in Verbindung mit dem unifarbenen.

 

 

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Stricktechniken

Veröffentlicht auf 6. März 2016

Zweifarbiges Patentmuster mit Verzopfung

Im Moment scheinen Patentmuster (engl. Brioche) aller Art total zu boomen und auch ich konnte mich dem Boom nicht entziehen. Normales Patentmuster konnte ich schon, mit 2 Farben hatte ich es noch nicht versucht - und dann noch ein Zopfmuster einstricken, oh jeh!

Dank dem Video von Elizzza und ihrem Regenbogen-Schal (Link siehe unten) habe ich den Dreh nun heraus. Wenn die ersten Reihen gestrickt sind und man erkennen kann, auf welcher Seite man sich befindet, ist es echt leicht und macht richtig Spaß.

Dank Elizzza's Videos habe ich schon so manches Muster erlernt.

So sieht die andere Seite aus.

So sieht die andere Seite aus.

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken, #Stricktechniken, #Strickanleitungen

Veröffentlicht auf 10. August 2015

Halsbündchen mit Biese

Beim Natsu (nach Anleitung von Vera Sanon) habe ich nun neben einer neuen Schulterkonstruktion noch etwas dazugelernt. Sehr gut gefällt mir diese Biese am Anfang des Halsbündchens, welche ähnlich wie ein i-Cord wirkt. Diesen Biesenstich werde ich sicherlich bei einem anderen Modell noch mal einbringen.

In diesem Video ist der Biesenstich als "Welt or Tuck Stich" in englischer Sprache sehr gut erklärt.

Biesenstich, sehr gut erklärt

Halsbündchen mit Biese

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Kreativ, #Stricken, #Pullover, #Stricktechniken

Veröffentlicht auf 19. April 2015

Pullover oder Jacken von oben nach unten (top down) zu stricken, ist vor allem im anglo-amerikanischen Raum sehr beliebt. Aus diesem Grunde sind die meisten Beschreibungen, Anleitungen oder Bücher zum Thema "Top-down-Stricken" nur in englischer Sprache erhältlich.

Ich habe im vergangenen Jahr ein einem Strickworkshop mit der amerikanischen Designerin Vera Sanon teilgenommen, wobei es um die verschiedenen Arten, Ärmel von oben an- bzw einzustricken, ging. Hier haben wir verschiedene Konstruktionen kennengelernt

Zu dem Workshop hat Vera auch ein Begleitbuch in deutscher Sprache erstellt. Auch gibt es ihre Anleitungen zum großen Teil in deutscher Sprache.

Hier beschreibe ich Euch die verschiedenen Konstruktionen kurz und verlinke ggf auch zu deutschsprachigen Erklärungen bzw Strickanleitungen.

 

Raglan von oben

Der RVO ist sicherlich die bekannteste Konstruktion, um einen Pullover oder eine Jacke von oben nach unten zu stricken. Darüber habe ich hier bereits ausführlich berichtet, so dass ich jetzt nicht weiter darauf eingehen werde.

 

Gleichzeitig angestrickte Ärmel

Diese Methode finde ich recht interessant und werde sie bestimmt mal ausprobieren. Man beginnt mit den Maschen fürs Rückenteil, strickt diese 2,5 cm weit, dann nimmt man Maschen fürs rechte und danach fürs linke Vorderteil auf und strickt diese ebenfalls 2,5 cm. Dabei belässt man die Maschen auf den Nadeln. Nun nimmt man all diese Maschen auf eine Nadel und strickt die Ärmel mit ein. Dabei werden zunächst nur Zunahmen an den Ärmeln gestrickt und später an Ärmeln sowie Rücken- bzw. Vorderteil. Die Grundanleitung für die gleichzeitig angestrickten Ärmel ergibt eine gerade Schulternaht, durch verkürzte Reihen kann man jedoch eine Schulterschräge schaffen.

Hierzu gibt es einige deutsche Anleitungen von Vera Sanon, u.a. Emily

 

Nachträglich von oben angestrickte Ärmel

Diese Ärmel mit Armkuppen kann man nachträglich an jeden Pullover anstricken, egal ob er von oben oder von unten gestrickt ist. Zunächst werden an den Armlöchern Maschen aufgenommen, dann wird mit verkürzten Reihen gestrickt. Diese Ärmel werden im englischen als Set-in-sleeves bezeichnet. In deutscher Sprache habe ich hierzu kaum etwas gefunden, jedoch kennen manche älteren Strickerinnen (u.a. meine Mutter) diese Technik von früher. Damals hat man wohl Kinderpullis häufiger so gestrickt, um die Ärmel später verlängern zu können.

Hierzu hat Vera z.B. die Amie-Jacke designed und auch eine deutsche Anleitung herausgegeben.

 

Contigous-Methode

Die Contigous-Methode wurde von der Australierin Susie Myers quasi aus einem Fehler heraus geboren. Sie ist einfach, hat aber auch einige Nachteile. Die Schultern werden sehr schräg, was man beim Tragen jedoch nicht mehr bemerken soll. Außerdem ist die Ärmelkuppe trapezförmig (fast spitz), weswegen Vera sie nur als Sattelschulter abgewandelt nutzt (z.B. bei der Jacke Brigit).

Zu der Grundanleitung von Susie Myers hat Tina Hees eine deutsche Übersetzung veröffentlicht.

Eine kostenlose Strickanleitung auf deutsch gibt es von Astrid Schramm bei Ravelry.

 

Natürlich gibt es auch noch die Rundpasse (Yoke). Damit habe ich mich bislang noch nicht beschäftigt.

 

Top-Down-Strickbücher in englischer Sprache:

The Knitter's Handy Book of Top-Down Sweaters: Basic Designs in Multiple Sizes and Gauges The Art of Seamless Knitting Custom Knits: Unleash Your Inner Designer with Top-Down and Improvisational Techniques: 25 Projects (Plus Variations) and Techniques for Customizing to Fit Your Style and Your Body

 

Ich lese mich gerade durch "The Art of Seamless Knitting"

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Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Kreativ, #Stricktechniken, #Stricken

Veröffentlicht auf 5. Oktober 2014

Warum sollte ich einen Raglan von oben stricken?

 

Viele Strickerinnen mögen das Zusammennähen nicht. Das entfällt beim RVO. Ich habe damit jedoch kein Problem.

Manche mögen auch keine linken Maschen. Beim Stricken in Runden kann man einen glatt rechts gestrickten Pullover nur mit dem Stricken von rechten Maschen erreichen. Ich stricke jedoch gleich gerne rechte wie linke Maschen.

Was ich am Raglan von oben liebe:  Auf diese Art kann ich ohne Anleitung problemlos einen passenden Pullover stricken, und zwar ohne zig Maße zu nehmen und viel zu rechnen. Man kann das Gestrickte zwischendurch immer wieder anprobieren und anpassen.

Außerdem ist diese Pulloverform leicht abzuwandeln. Man kann jegliche Art von Kragen stricken und denn Corpus gerade, tailliert oder in A-Linie gestalten und mit verkürzten Reihen im Rückenbereich erreicht man die modische hinten verlängerte Form.

 

Wie beginne ich einen RVO?

 

Eigentlich benötige ich nur die Weite des hinteren Halsausschnittes. Das sind normalerweise 15 bis 18 cm. Natürlich kann man auch einen breiteren (damit meine ich Breite zur Schulter hin, zur Tiefe kommen wir später) Halsausschnitt stricken. Dabei wird die Raglan-Linie kürzer und es gleicht sich wieder aus.

 

Bei einer Maschenprobe von 26 Maschen auf 10 cm rechne ich also grob 40 Maschen für 15 cm. Für die Ärmel nimmt man jeweils 1/4 davon und das Vorderteil beginnt man mit 1 Masche. Dazu kommen noch die Maschen der Raglanschräge (ich nehme hier mal 2)

 

Also schlage ich an:

1 M. Vorderteil - 2 M. Raglan - 10 M. Ärmel - 2 M. Raglan - 40 M. Rücken - 2 M. Raglan - 10 M. Ärmel - 2 M. Raglan - 1 M. Vorderteil,

ingesamt also 70 Maschen (zwischen den einzelnen Teilen Maschenmarkierer setzen)

 

Nun strickt man zunächst in Hin- und Rückreihen. Die Zunahmen am Vorderteil werden je nach gewünschtem Ausschnitt gemacht (also vielleicht zunächst mehrmals jeweils 1 M., dann 5, dann Zunahmen bis zur Maschenzahl des Rückenteils und schließlich zur Runde schließen).

 

Ansonsten werden vor und nach den Raglanschrägen 1 Masche in jeder 2. Reihe zugenommen, also bis die Runde geschlossen wird immer in den rechten Reihen.

 

Das Strickteil sollte nun etwa so aussehen:

DSC01105

 

und etwas später so:

DSC01106

In diesem Beispiel entsteht (unschwer zu erkennen) übrigens ein V-Ausschnitt.

 

Es gibt auch Anleitungen, die direkt zur Runde geschlossen werden. Hier entsteht der höhere hintere Teil durch verkürzte Reihen (z.B. bei Ravello oder Shellseeker. Dabei werden einige Reihen im hinteren Teil hin und zurück gestrickt, danach wird weiter in Runden gearbeitet. 

 

Wenn die Nadeln lang genug sind, kann man das Gestrickte immer wieder anprobieren. Normalerweise wird die Raglanschräge zwischen 20 und 22 cm lang.

 

Ich stricke meist ca. 19 cm, der Rest kommt durch Zunahmen nach dem Trennen von Ärmeln und Körper zustande. Meiner Erfahrung nach sitzt der Pulli besser, wenn man dort einige Maschen zunimmt. 

 

Teilen von Körper und Ärmeln und Weiterstricken des Körpers:

 

Bei Erreichen der nötigen Länge werden Körper und Ärmel getrennt. Dazu legt man die Maschen der Ärmel auf Fäden still. Dann fügt man die Maschen des Vorder- und Rückenteils zusammen. Hierbei kann man nach Bedarf Maschen zunehmen, um die richtige Weite zu erhalten (durch Anprobieren oder Messen eines passendes Pullis). Dabei muss man wissen, dass die gleiche Maschenzahl später auch bei den Ärmeln zugenommen werden muss. In die Mitte der Zunahmen setzt man einen Markierer, die Markierer vom Raglan können natürlich entfernt werden. 

Wer z.B. eine große Oberweite hat, kommt dadurch evtl. auf zu weite Ärmel. Dem kann man Vorbeugen, indem man in den letzten Zunahmereihen nur noch auf Körperseite zunimmt und nicht mehr auf Ärmelseite. Umgekehrt wäre zu verfahren bei schmaler Brust und muskulösen Oberarmen. Spätestens nach dem ersten Versuch eines RVO-Pullis kennt man ja seine persönlichen Maße.

 

DSC01797

Zwischenstand (hier beim Ravello)

 

Nun kann man den Körper nach seinen eigenen Vorlieben weiterstricken. Für eine Taillierung stricke ich zunächst etwa 10 cm gerade, mache dann etwa alle 8 Reihen 4 x eine Abnahmereihe, ab etwa 22 cm dann wieder Zunahmen. Für eine A-Linie stricke ich etwa 20 cm gerade und nehme dann gleichmäßig zu. Man kann den Pullover natürlich einfach gerade stricken. Ist der Korpus schließlich fertig und abgekettet, strickt man die Ärmel.

 

Stricken der Ärmel und Fertigstellung des Pullovers:

 

Nun nehme ich zunächst die stillgelegten Maschen des ersten Ärmels auf die Nadel. Dabei nehme ich die gleiche Maschenzahl zu wie am Körper (also an einer Seite) und setze einen Maschenmarkierer in die Mitte. Nun stricke ich ca. 10 cm gerade, danach nehme ich alle 6 bis 8 Reihen 2 Maschen ab (also seitlich des Maschenmarkierers jeweils 1), bis die gewünschte Maschenzahl erreicht ist. Dann strickt man einfach gerade weiter bis zur gewünschten Länge. Man kann immer wieder anprobieren.

Den zweiten Ärmel strickt man genau gleich. 

Nun strickt man noch ein Bündchen am Hals an und muss nur noch die kleinen Nähte unter dem Ärmel (zugenommene Maschen) schließen.

 

Einige Beispiele von RVO-Pullis nach eigener Idee:

 

DSC01557

 

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DSC01189

Funktioniert natürlich auch als Jacke.

 

 

Noch ein Tipp zum Stricken in Runden:

 

Ich stricke am liebsten auf langer Nadel mit "Magic loop". Googelt einfach mal diese Methode mit der Zauberschleife, es gibt gute Erklärungen dazu. 

 

Solltet ihr noch Fragen zum RVO-Stricken haben, meldet Euch einfach und fragt. Ich hoffe, ich kann euch weiterhelfen.

Ansonsten gibt es hier noch eine sehr gute Erklärung: link

 

Nachtrag:

Ich bin gefragt worden, wie ich die Maschen am Raglan zunehme. Meist nehme ich sie aus dem Querfaden auf (m1r, m1l), bei der blauen Weste habe ich einfach 2 aus 1 Masche gestrickt (einmal von vorne und einmal von hinten einstechen - kfb). Mit Umschlägen geht auch. Man kann die Löcher bewusst eins Muster einfügen oder sie verschränkt abstricken.    

Zunahmen, Abnahmen oder Maschenanschlag kann hier jeder nach seiner bevorzugten Methode arbeiten. 

 

 

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Geschrieben von Ingrid49

Veröffentlicht in #Kreativ, #Stricken, #Stricktechniken