Wachsende Strickteile oder "Hilfe, mein Pullover wird zu groß"

Veröffentlicht auf 24. März 2017

Immer wieder stellte ich fest, dass meine gestrickten Sachen (vor allem) bei der ersten Wäsche wachsen und ich fragte mich, woran das liegen kann. Früher bei meinen ersten Strickversuchen in den 70ern und 80ern ist mir das nie passiert. Was ist also die Ursache für die größer werdenden Stricksachen? 

Sicherlich ist der Hauptgrund die Wolle - früher war mehr Polyacryl, was ja bekanntlich sehr formstabil ist. Die kratzige Schurwolle von einst hielt auch sicherlich besser die Form als das heute häufig verwendete Merino, vor allem wenn es als "Superwash"-Wolle verarbeitet ist. 

Nun, da nehme ich doch gerne das Wachsen in Kauf und habe dafür schöne weiche Pullover. Außerdem verwende ich häufig die gleichen Garne und rechne den Zuwachs gleich mit ein. 

Ein weiterer Unterschied zum Stricken in früheren Jahren sind die verwendeten größeren Nadelstärken. In vielen Strickanleitungen findet sich für Fingering-Garne (Sockenwollstärke) eine Maschenprobe von 20 bis 23 Maschen auf 10 cm, was nur mit mindestens Nadelstärke 3,5 zu erreichen ist. Dadurch ist das Gestrick natürlich lockerer und weniger formstabil. Wirklich notwendig ist das lockere Gestrick nur bei Oversized-Teilen, die natürlich schön locker fallen sollen. Ansonsten erreiche ich die gewünschte Maschenprobe nur mit dickeren Garnen, oder ich stricke mit meiner üblichen Maschenprobe eine größere Größe (z.B. L oder XL, um M zu erreichen).

Eine Maschenprobe, die man wäscht, wäre sicherlich eine Lösung - aber ich bin nun mal kein Freund von Maschenproben.

Geschrieben von Ingrid62

Veröffentlicht in #Stricken

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